JO
Altendorf verbrachte Herbstlager erstmals in Saas Fee
Susi Diethelm
Die
erste Herbstferienwoche verbringt die JO Altendorf traditionsgemäss im
Trainingslager auf dem Gletscher. In diesem Jahr fuhr man nicht wie gewohnt
ins Südtirol, sondern nach Saas Fee.
Nach einer reibungslosen Anfahrt ins schöne Walliserdorf und dem Einchecken
im Hotel Berghof machte sich die JO Schar bestehend aus zwölf jungen
Skirennfahrern/innen und neun Begleitpersonen auf in den Abenteuer-Wald. Nach
der fachkundigen Einführung durch einen erfahrenen Guide starteten die Kinder
welche über 1,40 m gross waren mit dem anspruchsvollen Parcours. Die
Kleineren versuchten sich im Entdeckungsparcours, welcher für sie nicht
minder interessant war. Das Erklimmen der Bäume durch Strickleitern, das
Traversieren von Baum zu Baum in schwindelerregender Höhe mittels
verschiedenen Hängebrücken, Stahlseilen und Lianen forderte von den Kindern
und Erwachsenen einiges ab. Der Höhepunkt bildete sicher die zweifache Überquerung
der gähnenden, 60 Meter tiefen Feeschlucht
mit über 200 m langen Tyrolinen. Um die JO’s für den nächsten Tag auf dem
Gletscher vorzubereiten stand am Abend ein Theorie-Block auf dem Programm, in
welchem die verschiedenen Schwungphasen erläutert wurden.
Nach der langen Pause freuten sich alle auf den Montagmorgen wo man endlich
wieder einmal den Schnee unter den Skiern fühlen konnte. Bereits die Anfahrt
zum Gletscher forderte von den Kindern einiges ab. So musste man doch zuerst
mit dem Alpin-Express und nachher mit der Metro bis zum auf 3500
m über Meer gelegenen Gletscher hinauffahren. Während den ersten drei
Skitagen wurde bei strahlendem Wetter und besten Pistenverhältnissen an der
Riesenslalom-Technik gefeilt. Durch verschiedene technische Übungen im freien
Skifahren wurden die in der Theorie erklärten Schwungphasen in der Praxis
erlebt. Ungeduldig warteten die jungen Rennfahrer bis sie die ersten
Riesenslalom-Tore fahren durften. Als Hilfsmittel für die richtige Linienwahl
wurden „Beseli“ zwischen die Tore hineingesetzt. Spannend war für die
Kinder auch das beobachten einiger nationalen und internationalen Top-Skistars
wie der Norwegisch Gesamt-Weltcup-Sieger 06/07 Aksel Lund Svindal oder die
Finnische Slalom und Riesenslalom Weltmeisterin 2005 Tanja
Poutiainen sowie das Schweizer Damen A-Kader und die italienischen
RS-Spezialisten. Tägliche Video-Analysen sowie Konditions-Einheiten
wie Jogging, Rumpf-Kraft, Koordination, Inlinen und Fussball spielen stellten
einen weiteren Teil des Trainingsprogramms dar. Zur Entspannung trug der
Wellness-Bereich des Hotels bei, wovon die Kinder allerdings nur den Whirlpool
benutzten.
Am Donnerstag machte Petrus der Wochenplanung einen Strich durch die Rechnung.
Wegen Nebel und Regen wurde der Skibetrieb auf dem Feegletscher eingestellt.
Kurz entschlossen machten sich die Altendörfler trotzdem auf und besuchten
den grössten Eispavillon der Welt, welcher sich praktisch unter dem Eis
befindet, auf welchem die Kinder sonst trainieren. Eindrücklich wurde man in
die Geheimnisse der Gletscher eingeweiht, und die in Gletschereis gehauenen
Skulpturen, Gänge und Ornamente vermochten die Kinder zu verzaubern.
Anschliessend folgte man in einer Video-Show den Spuren des Extrem-Abenteurers
Mike Horn auf seiner Nordpol-Expedition. Interessiert und staunend betrachtete
man auf der Zwischenstation Morenia die Ausrüstung des Nordpol-Bezwingers.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen stand den jungen Rennfahrern der Nachmittag
zur freien Verfügung und manche Kinder machten sich auf den Weg, Saas Fee zu
erkunden. Um 17.00 Uhr traf man sich zum Fussball spielen auf dem Sportplatz.
Eine Stunde kämpften die beiden Mannschaften, die aus den kleinsten bis zu
den grössten JO-Kindern, Leitern und Betreuer bestanden um den Sieg. Nach
einem 1:1 vertagten die Spieler die Entscheidung auf das nächste Jahr.
Am Freitag wurden die ersten Versuche im Slalom unternommen. Nach einigen
technischen Übungen versuchte man sich bereits in einem flüssigen
Slalom-Lauf, ausgesteckt mit Mini-Kipp-Stangen. Die Rennfahrer zeigten, wie während
der ganzen Woche, grossen Einsatz und versuchten nach Anweisungen der Trainer
ihre Fahrtechnik zu verbessern. Nach dem Gletschertraining stand ein leichtes
Lauftraining auf dem Programm und zum Abschluss durften die JO-Kids mit der
Bobrodelbahn „Feeblitz“ das Tal hinunter sausen.
Bereits war der letzte Tag angebrochen. Wiederum wurde intensiv an der
Slalom-Technik gearbeitet. Aufgrund wechselnder Wetterverhältnissen wurde das
Training 1 1/2 Stunden früher als geplant abgebrochen. Am frühen Nachmittag
machte sich der ganze Altendörfer Tross auf den Heimweg. Eine intensive,
lehrreiche Trainingswoche war zu Ende und alle waren sich einig, dass die
Entscheidung nach Saas Fee statt ins Südtirol zu gehen, richtig war.